Schlagwort-Archiv: Konzerne

Herr im eigenen Haus bleiben

Es ist eine entscheidende Zeitenwende des Internets, in der wir uns gerade befinden. Der wolkige Begriff „Cloud“, mit dem wir seit ein, zwei Jahren penetriert werden, markiert einen Scheideweg. Die beiden Optionen lauten: Herr im eigenen Haus bleiben oder sich in die digitale Abhängigkeit großer Konzerne begeben?

Was es mit der zweiten Option auf sich hat, möchte ich anhand einiger Beispiele, die bereits existieren, darlegen.

Der Suchmaschinenkonzern Google brachte im vergangenen Jahr ein Notebook heraus, das so genannte Chromebook, das für viren- und updategeplagte Nutzer paradiesische Zustände verspricht: Der Rechner muss nicht mehr in langwierigen Updateprozeduren auf den aktuellen Stand gebracht werden. Das System und die Programme werden vom Hersteller aktualisiert, und zwar nicht mehr auf dem Gerät, sondern in der Datenwolke, wo sich alles befindet. Das bietet zugleich einen weiteren Vorteil. Man braucht keinen USB-Stick und keine E-Mail mehr, um Daten von A nach B zu transportieren. Egal, an welchen internetgestützten Rechner ich mich setze: meine Daten sind schon da. Die Nachteile werden geflissentlich verschwiegen. Das geschriebene und fotografierte Dasein befindet sich in der Hand eines einzigen Konzerns, der diese Daten natürlich nutzt, um seinen Besitzer mit passgenauer Werbung zu berieseln. Und natürlich sitzt der Konzern am Hebel. Wenn er der Meinung ist, dass ich an meine Daten nicht mehr heran darf, kann er mir den Zugang abdrehen.

Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte kürzlich der Konzern Microsoft.

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Digitalisierte Kultur: Droht der Totalverlust?

Nackte Zahlen. Einsen und Nullen. Ist es das, was unsere Kultur heute definiert? Ich meine nicht nur die ganzen Dinge, die wir auf unserem PC oder in der Cloud speichern oder ins Internet stellen. Unsere gesamte aufgezeichnete Kultur steuert auf eine Digitalisierung zu. Digitale Fotos, digitale Musik, digitale Texte. Digitale Archive. Alles verfügbar auf Speichereinheiten und über Kabel(lose) Verbindungen. Kultur, die man nicht riechen und nicht anfassen kann.

Welche Vorteile es für den Einzelnen hat, wenn Texte digital verfügbar sind, habe ich in einem anderen Blogbeitrag dargelegt. Doch was für das Individuum praktisch ist, ist das gleichzeitig auch wünschenswert für die Kultur als solche? Setzen wir sie nicht einen unberechenbaren Risiko aus, wenn wir alles in Einsen und Nullen übersetzen? Birgt die digitale Technik nicht das Risiko eines Totalverlustes?

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