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Digitalisierte Kultur: Droht der Totalverlust?

Nackte Zahlen. Einsen und Nullen. Ist es das, was unsere Kultur heute definiert? Ich meine nicht nur die ganzen Dinge, die wir auf unserem PC oder in der Cloud speichern oder ins Internet stellen. Unsere gesamte aufgezeichnete Kultur steuert auf eine Digitalisierung zu. Digitale Fotos, digitale Musik, digitale Texte. Digitale Archive. Alles verfügbar auf Speichereinheiten und über Kabel(lose) Verbindungen. Kultur, die man nicht riechen und nicht anfassen kann.

Welche Vorteile es für den Einzelnen hat, wenn Texte digital verfügbar sind, habe ich in einem anderen Blogbeitrag dargelegt. Doch was für das Individuum praktisch ist, ist das gleichzeitig auch wünschenswert für die Kultur als solche? Setzen wir sie nicht einen unberechenbaren Risiko aus, wenn wir alles in Einsen und Nullen übersetzen? Birgt die digitale Technik nicht das Risiko eines Totalverlustes?

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Das digitale Buch

An die digitalen Tonträger haben wir uns gewöhnt. Es ist für uns selbstverständlich, dass wir unsere komplette Musiksammlung in der Hosentasche mit uns herumtragen. Die wenigstens werden wohl ihrem Schallplattenschrank nachtrauern, der höchstens beim Umzug einmal bewegt wurde. Wir sind es aber schon seit vielen Jahren gewöhnt, dass unser Hosentaschenorchester kompakt ist. Diejenigen, die sich noch daran erinnern oder haben vielleicht sogar einen jener legendären Walkman gehabt, mit denen man immerhin schon ein ganzes Album in der Tasche herumtragen konnte.

So wird wohl auch kaum jemand – von eingeschworenen Nostalgikern mal abgesehen – der Schallplatte nachtrauern. Der Siegeszug von MP3 & Co. hat die Art, wie wir Musik genießen, zwar verändert. Aber nicht unbedingt zum Schlechten.

Anders verhält das sich – vermeintlich – mit der Einführung des elektronischen Buches. Immer wieder stößt man auf die Diskussion, dass viele Menschen es sich nicht vorstellen können oder wollen, Literatur – oder einfach Geschriebenes – in digitaler Form zu genießen.

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